Nina windhausen

Über mich und meinen hundesport

Schon seit meiner Kindheit betreibe ich mit Begeisterung Sport. Lange Jahre habe ich Fußball gespielt und es bis in die 2. Bundesliga geschafft. Da ich schon beim Fußball das schnelle Laufen liebte, begann ich 2010 parallel das ambitionierte Lauftraining für die Mittelstrecke. Sehr schnell hatte ich Erfolg in dieser Sportart mit ersten Siegen bei Volksläufen. Dies motivierte mich, noch intensiver in den Laufsport einzusteigen und ich beendete deshalb meine Fußballkarriere. Erfolgreich nahm ich dann an Meisterschaften auf verschiedenen Distanzen (800 m, 1500 m, 5000 m, 10 km) bis hin zum Halbmarathon teil. Am meisten Spaß machten mir jedoch die Crossläufe über Stock und Stein in der Natur.

Dann lernte ich 2012 den Schlittenhundemusher Herbert Thinnes kennen. Er ist in dieser Disziplin einer der erfahrensten Hundeschlittenführer in Deutschland und lebt mit seiner Frau und 20 Schlittenhunden in Glabbach/Nettetal am Niederrhein.

Schlittenhundesport ist nur eine von fünf Zughundesporten. Neben dem Gespannwagenfahren mit bis zu zehn Hunden, gehören dazu Bikejöring mit ein bis zwei Hunden, Dogscooter mit ein bis zwei Hunden, Skijöring und der Canicross, bei dem der Läufer mit dem Hund durch eine flexible Leine verbunden ist und der Hund im Zug vorweg läuft. Der erste Besuch bei Herbert Thinnes infizierte mich sofort mit dem Virus Canicross. Herbert wagte den Versuch und ließ mich mit einem Hund, verbunden durch die flexible Leine, alleine laufen. Der Versuch war ein Erfolg. Der Hund, der sonst nur das Gespann kannte, und ich hatten an diesem Tag außerordentlich viel Spaß zusammen. Das schnellere Tempo, die Teamarbeit zwischen Mensch und Hund - diese Sportart packte mich ab der ersten Minute.

Fortan trainierte ich im Wald und mit Hund. Canicross ist bei unseren europäischen Nachbarn schon lange bekannt, in Deutschland jedoch kennt kaum jemand diesen Hundesport. Das wollten Herbert Thinnes und ich ändern. Wir organisierten mit unserem neu gegründeten Canicross Team NRW ein Rennen in Hinsbeck. Dies war der Beginn vieler weiterer Canicross-Veranstaltungen.


Wir fuhren auch nach England zur Europameisterschaft im Canicross, bei der ich den achten Rang erzielte. Es folgten noch viele weitere Rennen, inklusive Deutscher Meisterschaften. Den Deutschen Meistertitel holte ich erstmals 2012 und konnte den Gewinn der Meisterschaft 2016 wiederholen.
Das bisher schönste und unvergesslichste Erlebnis im Canicross war jedoch die Teilnahme an der „Trophe de Montagne“ in Frankreich. Dies ist das härteste und anspruchsvollste Etappenrennen im Canicross. In 10 Tagen und 11 Rennen geht es über die Französischen Alpen. Das alles erlebte ich mit Wuschi, einer Hündin von Herbert Thinnes, zu der ich eine tiefe Bindung aufbaute, obwohl es nur eine „Leihhündin“ war. Gerade das macht für mich den Sport magisch. Canicross ist ein Sport mit Suchtfaktor, an dem ich mein Herz verloren habe.

2015 zog dann meine erste eigene Hündin bei mir ein. Floppy war schon fünf Jahre alt und hatte mindestens genauso viel Erfahrung im Laufen gesammelt wie ich. Sie stammt aus der Zucht von Heini Winter, einem bekannten Musher (Schlittenhundführer), der den Alpen-Trail ins Leben gerufen hat. Floppy kam als erfahrene Schlittenhündin, die schon drei Alpen-Trails im Gespann gelaufen ist, zu mir.

Seitdem sind wir beide ein unzertrennliches Canicross-Team. Ich liebe es, mit ihr in hoher Geschwindigkeit durch enge Trails hoch und runter zu laufen und dabei die Natur zu genießen.